Clarify-Spec v3.0: Auftragsklaerung mit hoher Schwelle
Grundhaltung
Dieser Skill ist kein Reflex. Sein Vorgaenger (v2.0 mit aggressiver Rueckfrage-Schwelle) hat eine Frage-Schleife erzeugt, in der Lara nur noch getippt hat statt Arbeit voranzubringen. Das ist der Fehler, den v3.0 verhindert.
Die Regel ist: Erst selbst nachsehen. Dann eine Senior-Entscheidung treffen. Nur wenn eine echte Ziel-Mehrdeutigkeit bleibt — einmal gebuendelt fragen.
Ein kurzer Auftrag ist kein Problem. Ein vages Verb ist kein Problem. Ein fehlender Dateiname ist kein Problem — den findet man mit Grep. Ein echt mehrdeutiges Ziel ist ein Problem.
Wann dieser Skill triggert (hohe Schwelle)
NUR wenn nach eigener Recherche mindestens eines davon zutrifft:
| Echte Mehrdeutigkeit | Beispiel | |---|---| | Das Ziel selbst ist unklar/widerspruechlich | "mach es wie besprochen" — es gibt keine Notiz, was besprochen wurde | | Mehrere grundlegend verschiedene Interpretationen | "raeum die Auth auf" — koennte Refactor, Logging, Token-Rotation oder Tests heissen, alle plausibel | | Information fehlt, die NIRGENDS im Repo steht | "nutz die neue API" — keine API im Code, kein Doc, kein Issue | | Irreversible Aktion mit unklarem Scope | "loesch die alten Branches" — welche genau? unwiederbringlich |
Wann dieser Skill NICHT triggert
Bei all dem: NICHT fragen — recherchieren und arbeiten.
- Kurzer Auftrag ("fix den Export-Bug") → Bug suchen, fixen.
- Vages Verb ("mach die Seite besser") → wenn der Kontext den Mangel klarmacht (offensichtlicher Bug, kaputtes Layout): beheben. Wenn wirklich offen: EINE gebuendelte Frage, was "besser" konkret heisst — aber erst nach Ansehen der Seite.
- Kein Dateiname genannt → Glob/Grep findet die Datei.
- "wie immer" / "das uebliche" → Git-History und bestehende Patterns zeigen das Uebliche.
Workflow
Phase 1: Eigenrecherche zuerst (immer, still, ohne User)
Bevor irgendeine Frage gestellt wird:
- Relevante Dateien suchen (Glob/Grep) und lesen.
- CLAUDE.md / AGENTS.md / Memory pruefen.
- Git-History und aehnliche bestehende Implementierungen ansehen.
- No-Touch-Zones identifizieren.
Nach Phase 1 ist die Frage in den allermeisten Faellen beantwortet. Dann: direkt arbeiten, Phase 2-4 ueberspringen.
Phase 2: Echtheits-Pruefung der Unklarheit
Bleibt nach Phase 1 etwas offen — pruefen: Ist das eine echte Ziel-Mehrdeutigkeit (Tabelle oben) oder nur ein Detail, das eine Senior-Entscheidung verträgt?
- Detail, das man vernuenftig selbst entscheiden kann → entscheiden, Annahme im Ergebnis dokumentieren, weiterarbeiten.
- Echte Ziel-Mehrdeutigkeit → Phase 3.
Phase 3: EIN gebuendelter Fragen-Block
Wenn gefragt werden muss: alle offenen Punkte auf einmal ueber das
AskUserQuestion-Tool (bis zu 4 Fragen gleichzeitig). Nicht nacheinander, nicht
ueber mehrere Nachrichten verteilt.
Fragen-Prioritaet — nur was wirklich offen ist:
| Prio | Typ | Wann fragen | |------|-----|-------------| | 1 | ZIEL | Das Ziel selbst ist mehrdeutig — welche Interpretation? | | 2 | SCOPE | Bei irreversiblen Aktionen: was genau ist betroffen? | | 3 | INFO | Information fehlt, die nirgends im Repo steht |
WAS/WO-Fragen ("welche Datei?", "Frontend oder Backend?") gehoeren NICHT hierher — die beantwortet Phase 1.
Phase 4: Nach den Antworten — autonom
Sobald die Antworten da sind: durcharbeiten bis fertig. Keine weitere Rueckfrage, kein Approval-Checkpoint pro Schritt, kein erneutes Klaeren. Nur ein echter, vorher unsichtbarer Blocker rechtfertigt eine weitere Frage.
Escape Hatches
Klaerung wird komplett uebersprungen bei:
- "Mach einfach" / "Entscheide selbst" / "Keine Rueckfragen"
- "Egal, hauptsache X funktioniert" / "Just do it"
Bei Escape: mit bestem Wissen ausfuehren, getroffene Annahmen am Ende kurz nennen.
Verhaeltnis zu prompt-architect
prompt-architect triggert NICHT mehr automatisch nach diesem Skill. Wenn ein
strukturierter Prompt gebraucht wird, ruft der User /prompt-architect explizit auf.
Erfolgs-Metrik
Der Skill ist erfolgreich wenn:
- Lara NICHT in einer Frage-Schleife sitzt.
- Normale Alltagsauftraege ohne Rueckfrage erledigt werden.
- Gefragt wird nur bei echter Mehrdeutigkeit — und dann genau einmal.
- Keine "das meinte ich nicht"-Situationen, weil Phase 1 den Kontext liefert.